von Peter RachowWas mich an dem Artikel von Mr. "Freiheit und Toleranz" am meisten wütend macht, ist dieser an geistiger Einfalt wirklich nicht mehr zu übertreffende Versuch, die "armen entrechteten" Raucher als Opfer darzustellen. Exkurs: Bodo Meinsen, das sei am Rande erwähnt, wird gerne auch "Mr. Dienstaufsichtbeschwerde" genannt. Denn der so "tolerante" und "freiheitliche" Herr Meinsen ist doch tatsächlich so weit im Niveau gesunken, gegen mich wegen meiner kritischen und ihm sicher nicht genehmen Artikel gegen sein dubioses Treiben eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei meinem Dienstherrn einzureichen. Diese war allerdings mangels rechtlicher Grundlage sehr schnell verworfen worden, da man keinerlei Hinweise auf eine entsprechende Normverletzung erkennen konnte. Allerdings sieht man daran sehr klar, wie Herr Meinsen die Begriffe "Freiheit" und "Toleranz" wirklich versteht. Herrn Meinesn einen "Anscheinsdemokraten" zu nennen, dürfte seine Gesinnung in etwa treffen. Kehren wir jedoch wieder zu seinem Elaborat zum Rauchen und Rauchern zurück. Denn dieser, im Übrigen begnadet schlecht vortragende, Autor versucht doch tatsächlich, die über 20 Millionen mehrheitlich suchtkranken Tabakkonsumenten in Deutschland als Opfer einer großen von finsteren Kräften betriebenen Machtintrige darzustellen, welche diesen doch lediglich genussfreudigen Menschen nun ihre letzten Refugien zerstören wollen. Diese Sichtweise auf ein gesellschaftliches Problem ist einfach nur verzerrt, pervers und krank. Wenn er schreibt so versucht der Mann in seiner erschreckend offen dargestellten geistigen Schlichtheit, die Suchtdroge "Tabak" dadurch zu verharmlosen, indem er sie als "legales Produkt" deklariert, sie also auf eine reine Legaldefinition reduziert. Als ob die Fragestellung "legal oder illegal?" irgend etwas mit der Schadwirkung eines Produktes zu tun habe. Auch das "schwere Los" geht in die gleiche Richtung. Heute das "schwere Los" der Rauchbeschränkungen, in ein paar Jahren das "schwere Los" eines unheilbaren Lungenkrebses. Aber soweit denkt Meinsen offenkundig nicht. Und die von ihm verwendeten Begriffe "Ächtung und Ausgrenzung" sollen vermutlich den Rest an kläglicher Meinungsmache bewirken. Man wartet eigentlich nur noch, dass der (Nichtraucher-)Mob mit Äxten und Knüppeln bewaffnet die Raucher auf die Scheiterhaufen treibt. Es steht zu fragen, ob sich dieser Mann für den entsetzlichen Stuss, den er da verbreitet, nicht abgrundtief schämt. Ich fürchte aber, das kann er nicht. Denn die Fähigkeit Scham zu empfinden, ist an bestimmte verinnerlichte Dinge wie ethische Werte und bestimmte Einsichten gekoppelt. Die sind bei Meinsen aber, so steht zu vermuten, nicht vorhanden. Weiter geht es bei dem erbärmlichen Versuch, Tabakdrogensüchtige zu exkulpieren: Aha, wieder ein sehr durchschaubarer Trick: Drogensüchtige werden lapidar zu "Tabakfreunden" erklärt, die mit der Finanzierung "ihrer Lust" einen erheblichen Teil des deutschen Steueraufkommens leisten. Rücken wir die verquere Sichtweise des Herrn Meinsen doch mal eben etwas gerade. Der Bundeshaushalt hat jedes Jahr ein Volumen von über 240 Milliarden Euro. Davon macht die Tabaksteuer dann in etwa 6% aus. Gleichzeitig kostet aber bereits die Behandlung durch Tabakkonsum verursachter Krankheiten die Gesellschaft um die 20 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommen weitere Kosten durch Invalidität, Frühverrentung, ausfallender produktiver und konsumptiver Kraft also Arbeitsleistung und dadurch generierter Kaufkraft, etc. etc. Aber man erwartet von einem Herrn wie Bodo Meinsen jetzt sicher nicht, Gedankengänge dieser Art irgendwie auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können. Und dann setzt der Herr Meinsen mit Macht zum verbalen Rundumschlag an:
Endlich ist der Täter, der für das "deutsche Kneipensterben" verantwortlich ist, ausgemacht. Genauer gesagt, "die Täterin". Es handelt sich, man ahnte es, um Dr. Martina Pötschke-Langer, die angeblich dem Tabak den Garaus machen will. Danke, lieber Bodo Meinsen, besser kann man seine eigene Ignoranz einem Riesenpublikum nicht vor Augen führen. Dass Suchtprävention eine immens wichtige gesellschaftliche Aufgabe ist, dass Tabak jedes Jahr alleine Deutschland weit über 100.000 Menschen das Leben kostet und diese Opfer aufgrund ihrer Sucht vielfach einen elenden und frühen Tod sterben, scheint diesem mit beeindruckend geringer Intellektualität ausgestatteten Tabakapologeten nicht einmal im Ansatz in den Sinn zu kommen. So, und nun, nachdem die dunklen Mächte und deren faustische Ziele definiert sind, kommt der nächste Geniestreich des Hernn Meinsen aufs Tapet. Jetzt geht es an die Folgen... Ja, da gibt es (oder besser gesagt, es "gab") die kleine gemütliche Welt, die bereits Peter Alexander besungen hat, die "Kleine Kneipe in unserer Straße, dort wo das Leben noch lebenswert ist.". Und die wird, laut Meinsen und seiner verqueren Weltsicht, nun gnadenlos platt gemacht. Einfach weil man dort nicht mehr rauchen darf. Man fasst sich wirklich nur noch an den Kopf ob der bemerkenswerten Tumbheit hinter diesen Gedanken. Ja, ich frage mich, mit wem solch ich eigentlich mehr Mitleid haben: Mit den armen entrechteten Rauchern oder mit Herrn Meinsen selber, dass der sich erdreistet so einen entsetzlichen banalen Stuss öffentlich zu verbreiten? Um das mal etwas gerade zu rücken: Wenn in der Gastronomie oder anderswo geraucht wird, ist das in den meisten Fällen weder "Lust" noch schlichte "Gewohnheit" sondern ein pathologisches Suchtverhalten, das in aller Regel einer therapeutischen Behandlung bedarf. Die meisten Raucher rauchen Studien zu Folge nämlich nicht gerne, sondern weil ein immenser Suchtdruck sie dazu treibt. Hinzu kommt, dass Alkohol und Nikotin häufig gemeinsam konsumiert werden, weil sich in den von den Drogen betroffenen Hirnarealen die an den dortigen Rezeptoren entfalteten und vom Süchtigen als angenehm empfundenen Wirkungen verstärken. Folglich ist die empfundene "Gemütlichkeit" der "kleinen Raucherkneipe" letztlich nur der Tatsache geschuldet, dass die dort anwesenden Drogenkonsumenten durch additive Verabreichung zweier potenter Suchtdrogen eine erhebliche Steigerung der Drogenwirkung bemerken. So, und wenn wir schon beim Thema "Sucht" sind, dann muss dem Leser, der von Autor Meinsen offenbar für wirklich erbärmlich dumm gehalten wird, komplett die Tabaksucht als "Genussverhalten" umgedeutet werden: Gut, dass der Leser nun endlich erfährt, wie wahrer Genuss laut Herrn Meinsen aussehen kann: Nikotin in die Lunge und Alkohol in die Birne. Rauchen und saufen, das ist "Genuss" à la Meinsen und dann ist die Welt Dein Freund. Zumindest bis man irgendwann vom Arzt die Diagnose bekommt. Eine entsetzliche und triviale Sicht der Welt und des Lebens die den Genussbegriff auf die schnöde Aufnahme von Alltagsdrogen zu reduzieren sucht. Irgendwann wird Meinsen dann aber auch wieder versöhnlich:
Ich deute mal diese Einsicht in eine von ihm gewünschte "Konsenslösung" folgendermaßen "OK, wir Raucher wissen, wir haben es die letzten Jahrzehnte zu doll getrieben und rücksichtslos alles eingequalmt was ging. Wir sehen auch ein, dass die Mehrheit keinen Qualm will. Also lasst uns doch ein paar Refugien, wo wir noch rauchen können." Die flehenden Worte „Bitte, bitte, bitte!“ darf man sich gerne dazu denken. Erinnern wir uns kurz zurück: Wir haben in den Zeiten des beginnenden Nichtraucherschutzes gesehen, was die Folgen der "Konsenslösung" bzw. der entsprechenden Versuche waren. Rücksichtslose Rauchsüchtige haben weiter überall gequalmt, Speiserestaurants waren plötzlich „Raucherclubs“, aus den „Raucherlounges“ zog der Mief durch die geöffneten Türen hinüber in den Nichtraucherbereich und im Grunde hatte sich gar nichts geändert außer dass auf manchen Tischen ein Nichtraucherschildchen aufgestellt war. Das war „Nichtraucherschutz“ wie ihn sich Herr Meinsen und seine Tabakdrogenfreunde vorstellen. Aber damit ist jetzt endgültig Schluss. Und das Gewimmere und Geheule von Meinsen & Co. ist einfach nur noch peinlich. Alle Rechte für diesen Text liegen beim Autor: Peter Rachow (Januar 2012) |